That's Me...

Meine ersten Zeichenversuche fanden mit eher unappetitlichen Materialien statt und wurden daher von meinen Eltern nur wenig gefördert.

Das erste Motiv, das ich im Alter von zarten vier Jahren auf die Akten meines Vaters kritzelte, war ein Pferd. Dieses Thema sollte sehr dominant bleiben, so etwa bei der Herde freier Wildpferde, die ich liebevoll in den Lack am Türrahmen unseres Badezimmers gravierte. Meine Motivpalette erweiterte sich im Laufe der Jahre um Katzen und halbnackte Männer, auch heute noch sehr aktuell für mich. Mit fünfzehn Jahren verkaufte ich dann das erste Bild - erstaunlicherweise waren es Katzen - an überaus erfreute Kunden (der bescheidene Preis wird entscheidend dazu beigetragen haben).

In den nächsten Jahren lieferte ich mir verbale Schlachten mit meinem Kunstlehrer, der unbegreiflicherweise das revolutionäre Potential meines Katzen- und Pferdezyklus verkannte. In Zeichenkursen im Kulturforum Alte Post erweiterte ich mein beachtliches Repertoire von Pferden und Katzen um Schreibtischstühle und nackte Füße (mit virtuosen Zehen!), bis mir mein Kursleiter tiefbewegt gestand, dass er mir handwerklich nichts mehr beibringen könnte, denn alles, was mir zur Genialität fehlte, sei Originalität. Da ich nichts von allzu defizitärem Denken halte, beschloss ich, diesen Mangel als persönliche Einzigartigkeit meinen ganz individuellen künstlerischen Stil prägen zu lassen.

Letztlich erwies sich diese Idee sogar als so innovativ, dass ich meinen Beitrag "Hüllenformat C3" im ersten Band des mittlerweile etablierten "Denkmuskel" auf der Comicmesse in Erlangen ausstellen durfte. Meine Religionslehrerin kam zeitgleich auf die geniale Idee, meine zeichnerischen Energien sinnvoll zu kanalisieren. Ergebnis waren mehrere humoristische Illustrationen in der von ihr herausgegebenen Reihe an Lehrmaterialien.

Der finale Kampf mit meinem Kunstlehrer fand in der mündlichen Abiturprüfung stand und wurde mit einer 1+ unmissverständlich für mich entschieden. (Ha!) So folgten weitere Zeichnungen, Gemälde und Cartoons zu Geburtstagen, Weihnachten, für fremder Leute Lehrmaterialien beim Staatsexamen und für meine eigene Aufnahmeprüfung an der FH für den Studiengang Design. Ich bestand mit 1- und floh nach exakt einem Semester unter ultra-coolen, mega-stylischen und super-innovativen Dozenten zurück an die gute alte Uni.

Die Uni wurde zum Geburtsort vieler Kritzeleien. Und irgendwann klagte ich einer Freundin mein Leid und streckte ihr meine wunden Hände entgegen: "Alle bitten mich immer, ihnen irgendwas zu malen...ihr Pferd, ihren Hund, ihre neue Frisur!" Sie sagte trocken: "Nimm halt Kohle dafür." Und das mache ich jetzt. Und es klappt: seitdem will keiner mehr meine Bilder, und ich habe meine Ruhe.

So entstand diese Internetseite. Und weil jetzt gar keiner mehr meine Bilder will, habe ich wieder viel Zeit - und so dürft Ihr (aber wirklich nur Ihr!) das exklusive Privileg nutzen und mich anmailen, wenn Ihr ein Bild gemalt haben wollt. Oder wenn Oma eins haben will. Oder Eure Freundin. Oder...